Es zeichnet sich immer mehr ab, daß wir uns ohne einen neuen Zukunftskonsens in einer Abwärtspirale verfangen. Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verkünden uns Politiker, durch mehr Wachstum gingen wir einer rosigen Zukunft entgegen. Tatsächlich aber haben wir es in den Industriestaaten seither mit rückläufigen Wachstumsraten zu tun. Chronische Massenarbeitslosigkeit, staatliche Finanzprobleme und unhaltbare Versprechen sind zu Markenzeichen der Wirtschaftspolitik geworden. Und die weltpolitische Situation wird immer brisanter. Unsere Infothek zeigt Ihnen, was die Gründe dafür sind. Sie werden erfahren, dass die angebliche Schlüssel-Lösung aller Probleme: "Wir brauchen unbedingt mehr Wachstum" völlig nebulös und irreführend ist. Diese Politik wird uns in eine Katastrophe stürzen. National und international. Hier lernen Sie bereits vorhandene Ansätze kennen, wie Wirtschafts- und Finanzpolitik endlich an den wirklichen Bedingungen und Möglichkeiten eines stabilen und zukunftsfähigen Wirtschaftens ausgerichtet werden könnten. Zum Beispiel, welche grundlegenden Änderungen in der Steuer-, Energie- und Handelspolitik dazu nötig sind. Und welche internationalen Ziele, Vereinbarungen und Maßnahmen angestrebt werden müssen. Diese Ansätze sind vielleicht hinreichend, aber sicher nicht ausreichend. Deshalb wird es immer dringlicher, dass sich Wissenschafter im Dialog mit einander bemühen, sich über aussichtsreiche Vorschläge für eine Welt-Ökonomie innerhalb der Grenzen der verbleibenden tatsächlichen natürlichen und innerökonomischen Möglichkeiten zu verständigen. Aussichtsreich ist diese Herausforderung nur im Rahmen eines Weltdialogs. Mit wirklichkeitsfremden Wachstumswünschen wird es nicht möglich sein, den Herausforderungen, welche High-tech-Produktivität und Globalisierung sowie die bevorstehende Rohstoffverknappung und zu erwartende dramatische Klimaverschlechterung mit sich bringen, im Sinne aufgeklärter, ziviler Gesellschaften gewachsen zu sein. Dazu benötigen wir Strategien, die bezüglich ihrer Realisierungsfähigkeit und -würdigkeit sachlich nachvollziehbar sind. Eine Wirtschaftspolitik, die nicht vornehmlich auf Wachstum setzt. Denn ohne illusionsfreie Neuausrichtung wird die soziale Marktwirtschaft schon bald keine mehr sein. Und die Agenda für Entwicklung der Vereinten Nationen wird dann niemals umsetzbar werden. Es würde dann nur noch einen heillosen Kampf um Brot, Wasser und Öl geben. Die Vorstellung eines unendlichen Wachstums treibt uns ins Chaos. Das wirft viele Fragen auf, die sich nicht umfassend mit einem Schlag beantworten lassen. Da wir alle bisherigen Hoffnungen mehr oder weniger an wirtschaftliches Wachstum gebunden hatten, ist uns die Vorstellung, dass eine gut regulierte Kreislaufwirtschaft die Bedingung für eine bessere Zukunft sein könnte ziemlich fremd. Tatsächlich ist es aber längst so, dass wir uns in einem zusammengeschrumpften Möglichkeitsspektrum von Wachstumsoptionen befinden. Die wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik führte weltweit zu einer Überschuldung der Staaten, die so hoch angestiegen ist, dass sie durch die verbleibenden Wachstumsmöglichkeiten nicht mehr tilgbar ist. Darauf können wir uns einstellen. Die Bankenkrisen sind ein Symptom der erreichten Wachstumskrise: Die Mathematik der Rendite-Erwartungen läßt sich nur noch mit hochspekulativen Konstruktionen weiterverfolgen, bei denen der Gewinn an Verlustgeschäften eine immer größer werdende Rolle spielt. Der Wettbewerb um Verlustgewinne ist aber nur noch möglich, weil Staaten das internationale Finanzsystem stützen. Bevorzugt mit Bürgschaften, weil die Staaten selbst überschuldet sind. Bürgschaften, die in der Hoffnung auf ein großes und lang andauerndes Weltwirtschaftswachstum unterzeichnet werden. Denn mit kleinen und nur kurz andauernden Wachstumsschüben hängen die Bürgschaften in der Luft. Eiine weltweite Insolvenz-Inventur ist daher alles andere als unwahrscheinlich. Um so wichtiger ist es, positive Optionen zu entwickeln, wie es in einem solchen Fall danach weitergehen soll. Welche Alternativen zwischen Staatswirtschaft, Chaos und Rückfall in quasi-feudale Zustände haben wir? Wenn die europäischen Staaten bezüglich dieser überlebenswichtigen Herausforderung keinen Konsens finden, zerfällt Europa - und die europäischen Staaten werden das Weltgeschick dann nicht mehr nennenswert beeinflussen können. - : - Das Forum für eine neue lebensdienliche Ökonomie der Nachhaltigkeit ist parteiunabhängig und ideologieneutral. Es wünscht sich Interessenten, Teilnehmer, Fürsprecher und Unterstützer aus Unternehmen und Gewerkschaften, aus Kirchen (egal welcher Konfession), aus privaten wie staatlichen Einrichtungen, aus allen demokratischen Parteien und Institutionen sowie aus dem Kreis der vielen parteilosen BürgerInnen. |